Wie man das frühe Aufstehen überlebt...

Irgendwie gar nicht.

Den meisten müssten meine akuten früh-aus-dem-Bett-rausquäl-Probleme bekannt sein. Es ist schon ein komischer Zufall, dass ich den Wecker abends stelle, aber er morgens trotzdem immer aus ist...
In den letzten Jahren habe ich folgende, komplett schief laufende Methoden getestet:

1. So ein absolut schrecklicher netter kleiner tick-tack-tick-Wecker. An die Wand schmeißen. Raufhauen. Weiterschlafen.
2. Der Funkwecker. Raufhauen. Weiterschlafen. Weckwiederholung. Raufhauen. Weiterschlafen. Weckwiederholung. Raufhauen...
3. Radio. Leider liefen um 6.30 Uhr immer die falsche Lieder... Kann eben nicht jeder einen so guten Musikgeschmack wie ich haben.
4. Handy-Wecker mit dem Lieblingssong. Vermutlich die beste Lösung. Allerdings mit Hassgefahr.


Kurzum, nichts funktioniert. Also regelmäßiges Zuspätkommen einplanen.

Hommage an ein Stadtviertel

Für Studenten wegen langer Fahrzeiten in die Saufmeilen Ballungsräume der Innenstadt wenig attraktiv, tummeln sich eine ganze Menge schlecht situierter Hartz-IV-Empfänger, unterer Mittelständler, Irrer und ich in Rostocks leider wohl bekanntestem Stadtviertel.
Ohne verstaubte Vorurteile aus der verrotteten Wiese hinter meinem Haus ausbuddeln zu wollen, muss ich leider sagen: Man merkt, wer hier wohnt. Augen und Ohren auf, das Comedy-Programm läuft in Massen über die Straßen eines Viertels, was zwischen Neubaucharme und Plattenbauromantik irgendwo ins Nirgendwo driftet.
Die Mietpreise sind gering, dafür ist Lichtenhagen berühmt wie berüchtigt. "Alter scheißegeil, mehr Mücken für Bier" ist die wohl treffendste Zusammenfassung für die Motivation, hierher zu ziehen. Bei Aldi an der Kasse, beim (durchaus fraglichen)Wellblech-China-Döner-Fritten-Brathähnchen-Paradies vorm Lidl und natürlich vor, in, über und auf der Spielhalle tummelt sich ein buntes Wirrwarr aus mieser Grammatik, fettigen Haaren und nicht mehr vorhandenen Zähnen (gibt's auch im Kombi-Pack).
Es sei dahingestellt, warum diese Leute sich in etwaigen Zuständen befinden. Es obliegt mir auch nicht, über sie zu richten. Aber lachen, das kann man wunderbar.
Ein Gespräch an der Bushaltestelle, morgens um 11 Uhr:

Er (vielleicht 20, Haare spiegeln die Straße, Kippe im Mund): "Oah, dieser Stwenn [Sven?] is ja voll eifersüchtig"
Sie (auch 20, korpulent aber grausam dezent bauchfrei): "Is doch der totale Penner"
Er "Ey man, du hast den mal geliebt. Und wurdest voll verarscht man."
Sie (stolz): "Zwei mal!"

Und es sind solche Gestalten, die immer noch eins draufsetzen können mit Sätzen wie

"Lieber Gott, lass Hirn regnen - aber nicht zu viel"

Na, ist doch längst geschehen.